Check-up für Senioren

Ohne Mobilität ist ein Miteinander von Menschen schwer vorstellbar - sie ermöglicht Teilhabe am sozialen Leben. 

Auch wenn der Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln stetig voranschreitet, bleibt das Auto für viele Menschen unverzichtbarer Bestandteil ihres Lebens - notwendig, um dieses selbständig zu organisieren. Die für das Autofahren relevanten Aspekte der menschlichen Leistungsfähigkeit wie z.B. das geistige Auffassungsvermögen, die Steuerung der Aufmerksamkeit, das Reaktionsvermögen sowie das Sehen und Hören unterliegen gewissen Schwankungen.

"Wer sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er Andere nicht gefährdet" (§2 FeV). 

So ist beispielsweise bei folgenden Krankheiten/ gesundheitliche Beeinträchtigungen (Auszug) wie Herzrythmusstörungen, schwerem Diabetes, Niereninsuffizienz und Epilepsie, aber auch psychischen Störungen (schwerer Altersdemenz, Manien, Depressionen, schizophrene Psychosen) die Fahreignung grundsätzlich in Frage gestellt. Auch wenn der Fahrerlaubnisbehörde nicht zwangsläufig eine Meldung über den Gesundheitszustand des Fahrerlaubnisinhabers übermittelt wird, hat der betroffene Kraftfahrer eine Vorsorgepflicht und sollte daher überprüfen, ob er noch sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Verbindlich kann die Frage der Fahreignung nur über ein fachärztliches/ verkehrsmedizinisches Gutachten oder eine MPU (medizinisch-psychologiscche Untersuchung) geklärt werden. Eine „Beobachtungsfahrt“ mit einer fachlichen Einschätzung eines Fahrlehrers kann ein erster Schritt sein, um das weitere Vorgehen zu planen.

In Anlage 4 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) befindet sich eine Auflistung aller Krankheiten, die zu einer Einschränkung der Fahreignung führen können.

Anlage 4 Fahrerlaubnisverordnung FeV (Stand 11.2016)

In Anlage 6 FeV sind die Anforderungen an das Sehvermögen geregelt. So können sich beispielsweise Stress und Überanstrengung auf die Leistungsfähigkeit des Seh- und Hörvermögen auswirken – selbst in jungen Jahren. Wer etwas für seine Fahrfertigkeiten tun möchte kann in mehreren Bereichen aktiv werden: Da Autofahren bei aller Bequemlichkeit etwas ist, bei dem man aktiv sein muss, liegt genau darin ein wichtiger Schlüssel für die eigene Leistungsfähigkeit –nämlich im Selbermachen.

Wie bekannte Redewendungen vom „Gehirn als geistigen Muskel“ oder auch dem Ausspruch „wer rastet, der rostet“ nahe legen, gilt es, das eigene Können, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich zu üben. Üben nicht im Sinne eines Trainingsplans sondern Üben im Sinne der Ausführung einer Tätigkeit.

Um sich im Hinblick auf das Autofahren geistig und körperlich fit zu halten sind neben dem praktischen Autofahren aber auch Sport und Spiel eine Lösung die sogar noch Spaß machen. Oder etwa auch neue Dinge erlernen: Schach spielen, Sudoku für den „geistigen Muskel“, Tischtennis spielen oder auch vielleicht ein Computerspiel um das Aufmerksamkeits- und Reaktionsvermögen zu trainieren.

Wenn Sie kein eigenes Auto besitzen oder sich nicht alleine trauen, mit ihrem Auto zu fahren, können Sie gerne mit mir einen Termin für eine Übungsstunde vereinbaren. Falls Sie der Meinung sind, dass ihr Wissensstand zu Ihrer Unsicherheit beiträgt, können Sie in der Fahrschule ein aktuelles Fahrschulbuch erhalten.

Die Führerscheinstelle hat Sie um die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens gebeten? Als Fahrlehrer und Psychologe besitze ich langjährige Erfahrung in der Vorbereitung auf die Begutachtung für die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs.

Begutachtlungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung (Stand 2016)

Senioren im Straßenverkehr